Die Bedrohung der Nashörner: Gewinnen wir den Kampf gegen den Wildtierhandel?

Die Bedrohung der Nashörner: Gewinnen wir den Kampf gegen den Wildtierhandel?

Menerva Hammad, Gastautorin und Weltfreundin  Alexander Steurer
Gastautor und WELTFREUND  

 

Neben dem Tiger, dem Elefant und dem Pangolin, gehören Nashörner zu den wohl meist gewilderten Tieren der Welt. Doch wie hat sich ihre Situation in den letzten Jahren entwickelt und warum sind sie so begehrt?

Nashörner - auch Rhinozerosse genannt - gibt es bereits seit ungefähr 50 Millionen Jahren und sie bilden eine Familie der Unpaarhufer. Sie leben meist als Einzelgänger und ernähren sich ausschließlich pflanzlich. Ihre Haut ist dick und besitzt je nach Art einen grauen oder braunen Farbton. Zudem haben Nashörner nur ein geringes Sehvermögen, dafür aber eine sehr gute auditive Wahrnehmung und einen ausgeprägten Geruchssinn.

Sie sind jedoch durch die Zerstörung ihres Lebensraums, sowie durch die Jagd auf ihr Horn vom Aussterben bedroht!

95%

der Nashörner hat die Welt in den vergangenen 40 Jahren verloren.

5

Arten bestehen noch: das Breitmaul- und Spitzmaulnashorn in Afrika und das Panzer-, Java- und Sumatra-Nashorn in Asien.

8

Jahre ist es her, dass der WWF die Population des Java-Nashorns in Vietnam für erloschen erklärt hat.

 

Ihr Horn: Medizin und Statussymbol


China und Vietnam sind die Länder mit der größten Nachfrage nach Rhinozeros-Horn, obwohl der Handel damit offiziell verboten ist. Jedoch werden auf dem Schwarzmarkt oftmals sehr hohe Preise dafür gezahlt.

In den beiden Ländern finden sich verschiedene Verwendungszwecke für das Horn. In der traditionellen chinesischen Medizin gilt es als Heilmittel, das fiebersenkend und potenzsteigernd sein soll. Außerdem könne Krebs damit besiegt und Bluthochdruck gesenkt werden. Allerdings ist keiner dieser Effekte wissenschaftlich belegt worden, denn das Horn besteht lediglich aus abgestorbenen Zellen, die mit Keratin angefüllt sind. Keratin ist ein Protein, welches den Hauptbestandteil der Haut, Haare und Nägel darstellt.

In China wird das Horn meist als Pulver verkauft, für welches - nach Schätzungen - 60.000 bis 80.000 US-Dollar pro Kilo gezahlt wird. Da es somit einen höheren Wert als Gold hat, wurde es sogar zu einem Statussymbol in manchen Ländern. Es wird beispielsweise im Jemen für die Griffe von Jambia-Dolchen verwendet.

Obwohl die Nashörner bedroht sind, will die chinesische Regierung dennoch den Handel mit Waren aus Nashörnern - mit Rücksichtnahme auf bestimmte Regelungen - wieder erlauben.

 

Der einzige Feind des Nashorns


Ausgewachsene Nashörner haben keine natürlichen Feinde - außer dem Menschen. Seit ungefähr 10 Jahren keimt die Wilderei wieder auf.

In Südafrika geschehen fast 90 Prozent der Wildereivorfälle, da der Nashornbestand dort sehr groß ist. Im Jahr 2007 fielen der Wilderei, laut dem WWF, 13 Tiere zum Opfer. Im Jahr darauf waren es 83. Nach Angaben der Organisation TRAFFIC, die den Handel mit gefährdeten Tier- und Pflanzenarten beobachtet, waren es bereits 1011 gewilderte Nashörner im Jahr 2016.

Die Wilderer jagen grundsätzlich Nachts und sind meist mit kugelsicheren Westen, Nachtsichtgeräten und Feuerwaffen mit Schalldämpfern ausgerüstet. Doch oft erschießen sie die Tiere nicht. In den meisten Fällen leben sie sogar noch, während die Wilderer ihre Hörner abschlagen oder heraussägen. So verenden die Nashörner meist qualvoll.

Viele Ranger, die sich in Südafrika um den Schutz der Rhinozerosse bemühen, machen die korrupte Justiz verantwortlich. Oft werden Wilderer nach der Untersuchungshaft wieder frei gelassen. Zudem sind die Strafen, die mit Wilderei verbunden sind, oft nur gering, oder stehen nicht in Relation zu der Straftat.

1977

wurde der internationale Handel mit Rhinozeros-Horn durch das Washingtoner Artenschutz­übereinkommen (CITES) verboten. 

2017

hat Südafrika 1028 Nashörner durch Wilderei verloren.

2018

starb das das letzte Männchen des Nördlichen Breitmaulnashorns.


 ∞ Das Breitmaulnashorn ist die häufigste und größte Nashornart. Es bewohnt die Grassavannen Afrikas und besitzt zwei Hörner.
Geschätzter Bestand (2016): ~ 19.700 - 21.100
∞ Das Spitzmaulnashorn hat einen spitzen Greiffortsatz an der Oberlippe, um Blätter und Zweige von Büschen abzupfen zu können. Es besitzt zwei Hörner, welche meist über die fast gleiche Länge verfügen.
Geschätzter Bestand (2016): ~ 5.000 - 5.500
∞ Das Panzernashorn ist hauptsächlich in indischen Nationalparks anzutreffen. Markant sind die zahlreichen Hautlappen, die dieser Art den Anschein einer Panzerung geben. Zudem hat es nur ein Horn.
Geschätzter Bestand (2016): ~ 3.500
∞ Das Sumatra-Nashorn ist die kleinste Nashornart und kam in vielen Teilen Südostasiens vor. Jedoch ist sein Lebensraum nun auf kleine Gebiete auf Borneo und Sumatra beschränkt. Bekannt ist es unter anderem für seine umfangreiche Lautkommunikation und sein Haarkleid. Außerdem besitzt es zwei Hörner.
Geschätzter Bestand (2016): ~ 100
∞ Das Java-Nashorn ist nur noch in einem Nationalpark auf der Insel Java in Indonesien anzutreffen. Es hat - wie das Panzernashorn - nur ein Horn.
Geschätzter Bestand (2016): ~ 60

 

Der Schutz des Nashorns


Die Umweltschutzorganisation WildAid setzt sich dafür ein, in Vietnam und China auf die Nashorn-Wilderei-Krise aufmerksam zu machen, die Durchsetzungsbemühungen zu verstärken und die Nachfrage nach Rhinozeros-Horn zu reduzieren.

Dies will WildAid erzielen, indem sie die Mythen über die vermeintlich heilenden Eigenschaften des Horns entlarven. Zusammen mit Ärzten der traditionellen Medizin, spricht sich die Umweltschutzorganisation gegen die Verwendung von Waren aus Nashorn aus. Darüber hinaus hat sie Kampagnenbotschafter auf Reisen nach Kenia mitgenommen, damit sie mehr über die Bedrohungen erfahren, denen Nashörner ausgesetzt sind und um - im Rahmen einer TV-Sendung - die Aufmerksamkeit der Bevölkerung zu erhöhen.

Zudem besteht eine Zusammenarbeit mit einflussreichen Persönlichkeiten in Vietnam und China, sowie eine Partnerschaft mit der African Wildlife Foundation, um der Bedrohung der Nashörner entgegenzuwirken.

Die Tier- und Artenschutzorganisation Pro Wildlife hat es sich zur Aufgabe gemacht, die einzigartige Artenvielfalt unserer Erde zu bewahren.

     ∞ Sie retten Wildtiere in Not, sichern Schutzgebiete und sensibilisieren die Bevölkerung vor Ort für den Schutz von Wildtieren.
     ∞ Mit politischer Arbeit nehmen sie Einfluss auf Gesetze und Entscheidungen, um das Plündern der Natur einzudämmen.
     ∞ Sie zeigen Missstände auf und informieren Medien, Verbraucher und Politiker über aktuelle Entwicklungen im Wildtier- und Naturschutz.

Mehr Informationen zu ihrer Arbeit, findet ihr in der Charity Vorstellung: Pro Wildlife.

 

Rettungsansätze: Vergiften oder absägen?


Ansatz Nr. 1: Eine Idee zur Eindämmung der Wilderei wäre die Nashörner zu betäuben, Löcher in ihre Hörner zu bohren und sie mit Gift zu füllen. Signalfarben und Warnschilder, die vor Todesgefahr warnen, sollen Wilderer und Konsumenten abschrecken. Diese Idee wurde in Südafrika bereits umgesetzt, jedoch ist dieses Konzept eher problematisch. Da Wilderer nicht die Konsumenten des Horns sind, stellt das Gift keine Gefahr für sie dar. Zudem erwiese sich die Vergiftung des Horns aller Rhinozerosse Afrikas - nicht nur aus Kostengründen - als ein schwieriges Unterfangen.

Ansatz Nr. 2: Eine weitere Möglichkeit wäre das Horn abzusägen. Allerdings müsste dies unter Vollnarkose geschehen und der Vorgang müsste ungefähr alle zwei Jahre wiederholt werden, da es relativ bald nachwächst. Außerdem ist das Horn schon in geringen Mengen wertvoll, weshalb die Sicherheit der Nashörner auch auf diese Weise, nicht gewährleistet werden kann.

Es gibt keinen einfachen Weg, der Bedrohung der Nashörner entgegenzuwirken. Vielmehr müssen einzelne Schritte getan werden:

     ∞ Die Nachfrage muss eingedämmt werden.
     ∞ Der illegale Handel und die Korruption müssen bekämpft werden.
     ∞ Die Strafen für Wilderer müssen drastischer werden.
     ∞ Die Aufmerksamkeit für die Problematik muss erhöht werden.

 

UND DEIN HANDGELENK HILFT


Wir von WELTFREUND unterstützen die Umweltschutzorganisation WildAid, die durch ihre Arbeit Bewusstsein schafft und sich bemüht, die Nachfrage nach Wildtierprodukten zu senken. Mit dem Kauf unserer speziell für diesen Zweck hergestellten Freundschaftsbänder kannst du mit deinem Handgelenk ein Zeichen gegen Wildtierhandel und Wilderei setzen. Pro verkauftem Armband spenden wir an WildAid, damit die Organisation der Erfüllung ihrer Mission ein kleines Stück näher kommt.

Hier findet ihr die entsprechenden WELTFREUND-Armbänder: Stoppt den Wildtierhandel

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Über den Autor: Alexander Steurer ist Schüler eines wirtschaftskundlichen Realgymnasiums in Wien. Er ist ein großer Weltfreund und hilft uns bei unserem Ziel, all die guten Zwecke zu unterstützen, für die wir einstehen. Ihr findet ihn auch auf Instagram unter @alex.steurer

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Fotocredits: Titelbild von Alexas_Fotos auf Pixabay, Bild1 von MonikaP auf Pixabay, Bild2 von kolibri5 auf Pixabay

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