Meeressäuger in Gefahr: Sind die Wale noch zu retten?

Meeressäuger in Gefahr: Sind die Wale noch zu retten?

Alexander Steurer, Gastautor und Weltfreundin  Alexander Steurer
Gastautor und WELTFREUND  

 

Dass viele Tierarten vom Aussterben bedroht sind, ist meist direkt auf die Handlungen des Menschen zurückzuführen. Auch die Bedrohung der Wale bildet hier keine Ausnahme. Doch wie sieht diese Problematik genau aus und was kann dagegen getan werden?

Wale - oder Cetacea - bilden eine Ordnung der Säugetiere, die seit etwa 50 Millionen Jahren im Wasser lebt und nun in allen Weltmeeren vertreten ist. Es gibt ungefähr 90 Arten, wobei zwischen Bartenwalen - die sich von Plankton ernähren, welches sie mit ihren Barten aus dem Wasser filtern - und Zahnwalen, welche sich von Fischen und Wirbellosen ernähren - unterschieden wird. Neben den 13 Großwalarten, beispielsweise dem Blauwal, werden auch Kleinwale wie der Delfin, zu der Ordnung der Cetacea gezählt.

Die Population einiger Walarten leidet jedoch zunehmend an dem steigenden Schiffsverkehr, der Verschmutzung der Meere, Fischerei und dem Lärm unter Wasser!

Grindwal

2002

wurde letztmals ein lebender Chinesischer Flussdelfin fotografiert.

100

Tiere beträgt die geschätzte Population des Maui-Delfins vor der Nordinsel von Hawaii.

1946

wurde die IWC gegründet. Die International Whaling Commission ist ein Gremium, das den Walfang regelt.

 

Der Walfang: Eine lange Geschichte


Das 16. und 17. Jahrhundert:
Der Walfang existiert schon seit dem Mittelalter. Die Tiere wurden für die großen Mengen an Fleisch, sowie für ihre Kieferknochen, die im Hausbau verwendet wurden, gejagt. Ein weiterer wichtiger Faktor war auch der Waltran, der als Brennstoff eingesetzt wurde. Länder wie die Niederlande besaßen ganze Flotten, um große Wale - zum Beispiel den Grönlandwal - zu jagen. Alleine die holländische Flotte hatte zu dieser Zeit ungefähr 300 Walfangschiffe mit einer Besatzung von 18.000 Personen.

Das 18. und 19. Jahrhundert:
Hauptsächlich wurden Bartenwale gejagt, um den großen Bedarf an Fischbein zu decken, welches vor allem bei Korsett- und Reifrockherstellern sehr gefragt war. Das Walrat der Pottwale wurde als Schmiermittel für Maschinen eingesetzt und das Ambra diente als Grundstoff für die Pharmaindustrie und war wichtig für die Parfümherstellung. Zudem wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Sprengharpune erfunden, aus deren Verwendung ein hoher Anstieg erlegter Wale resultierte.

Das 20. Jahrhundert:
Zu dieser Zeit wurden Wale zunehmend wichtigere Rohstofflieferanten für die Industrie. Nach Schätzungen wurden in den 1930er Jahren jährlich über 30.000 Wale getötet. Einige Populationen sanken drastisch, manche - wie der ​atlantische und der koreanische Grauwal - wurden ausgerottet.

Die Kehrtwende des 20. Jahrhunderts und ein Rückschlag:
1931 wurden erstmals Schutzzonen eingerichtet und stark bedrohte Walarten - zum Beispiel der Buckelwal - unter internationalen Schutz gestellt. Das Töten von Walen zu kommerziellen Zwecken wurde durch die ​IWC​ 1985 weltweit bis zum Jahr 2005 verboten.

Somit fand der Walfang noch immer kein Ende:
∞ Japanische Fangschiffe jagen die Tiere angeblich zu wissenschaftlichen Zwecken.
∞ Grönland und einigen indigenen Völkern ist der Walfang aus Traditions- und Überlebensgründen nicht verboten.
∞ Das Verbot wird von Island und Norwegen nicht anerkannt und sie betreiben deshalb einen offenen kommerziellen Walfang.

 

Eine große, oftmals unbeachtete Bedrohung: Der Lärm im Ozean


Der vom Menschen verursachte Lärm im Ozean hat im vergangenen Jahrhundert enorm zugenommen. Das Problem hierbei ist, dass Wale Schall nutzen, um ihre Umwelt dreidimensional wahrzunehmen und über Tausende von Kilometern zu kommunizieren. Das Tonspektrum der Zahnwale besteht hauptsächlich aus kurzen hochfrequenten Klick- und Pfeiftönen. Diese Klicklaute dienen der Echoortung, beziehungsweise - in längerer Folge - der Kommunikation. Bartenwale besitzen sogar einen Kehlkopf, der für die Tonproduktion entscheidend ist, aber keine Stimmbänder. Wie ihre Tonbildung genau funktioniert ist noch nicht geklärt.

Der Lärm stört vor allem den Orientierungssinn der Tiere, doch wie wird dieser Krach verursacht?


∞ Mit ​Airguns​ - auch Luftpulser genannt - wird der Meeresgrund erkundet. Pressluft wird ins Wasser geschossen, der Schall dringt in den Meeresboden ein und wird von den unterschiedlichen Gesteinsschichten verschieden reflektiert. Anhand von Aufzeichnungen kann dann erkannt werden, welche Strukturen es in der Tiefe gibt. So versuchen Erdöl- und Erdgasfirmen Lagerstätten aufzufinden. Durch die Lärmbelastung wird die Kommunikation zwischen den Tieren erschwert.

∞ Auch ​Schiffsturbinen ​stellen eine große Lärmbelastung dar, da sich bei der Drehung der Propeller Luftblasen bilden, die dann zerbersten. Die Wale können dadurch ihre Orientierung verlieren, stranden daraufhin und verenden an Land.

∞ Der ​Bau und Betrieb von Windkraftanlagen ​stellt sich auch als sehr problematisch dar. Um die Geräte fest zu verankern, werden große Pfähle in den Untergrund gerammt. Bei diesem Vorgang entsteht sehr viel Lärm. Für einige Zahnwale besteht das Problem darin, dass sie ihre Beute nicht mehr finden können und schließlich verhungern.

Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass laute und tiefe Töne die Sinnesorgane der Tiere verwirren und dass der Ozean seit langem kein stiller Ort mehr ist. John Hildebrand von der University of California erklärt in einem ​WELT Bericht, dass sich zwischen 1960 und 2000 die Schallintensitäten vor der Küste Kaliforniens verzehnfacht haben. Dies ist hauptsächlich auf den Schiffsverkehr zurückzuführen. Die genauen Auswirkungen auf die Meerestiere werden allerdings noch untersucht.

Wal

300 000

Wale verenden jährlich nach Schätzungen des ​WWF​ in Fischernetzen.

2003

begann Island erneut mit dem Walfang.

8000

Wale wurden aus vorgeblich wissenschaftlichen Gründen von 1987 bis 2006 von japanischen Schiffen getötet.

 

Der Schutz der Wale


Zu bekämpfendes Problem Nr. 1: Der Lärm.
∞ Wale müssten rechtzeitig geortet werden, um sie von den Lärmquellen fernzuhalten.
∞ Es müssten beispielsweise leisere Schiffsschrauben entwickelt werden und mehr an Bio-Akustik unter Wasser geforscht werden.
∞ Auch eine Geschwindigkeitsreduzierung sei anzudenken, da Schiffsverkehr immerhin eine Hauptursache für die Lärmbelastung darstellt.

Zu bekämpfendes Problem Nr. 2: Der Walfang.
∞ Es müssten Lücken in internationalen Abkommen geschlossen werden und der kommerzielle Walfang ganzheitlich beseitigt werden.
∞ Die Öffentlichkeit müsste mehr auf die Problematik des Handels mit Walprodukten aufmerksam gemacht werden, vor allem auf den Handel mit Walfleisch.
∞ Es müsste Druck auf Regierungen ausgeübt werden, um Sanktionen gegen Walfangländer einzuleiten. Hier geht die gemeinnützige Organisation ​WDC​ mit gutem Beispiel voran.

Zu bekämpfendes Problem Nr. 3: Meeresverschmutzung.
Schwermetalle, Reste von Pflanzen- und Insektengiften und vor allem der Plastikmüll stellen eine sehr große Umweltbelastung dar, unter anderem da sie nicht biologisch abbaubar sind. Sie werden von den Walen direkt oder über die Nahrung aufgenommen. Folglich sind die Tiere anfälliger gegenüber Krankheiten, verletzen sich und bekommen eventuell auch weniger Nachwuchs. Mehr über die Problematik der Meeresverschmutzung und was dagegen unternommen wird, findet ihr in der ​Charity Vorstellung: The Ocean Cleanup​.

 

UND DEIN HANDGELENK HILFT


Wir von​ ​WELTFREUND​ ​unterstützen die Meeresschutzorganisation Deepwave e.V., die als Teil der „Silent Ocean Allianz” politischen Druck auf Entscheidungsträger ausübt, um die Verursacher des Meereslärms zu Schallschutzmaßnahmen in der Technik zu verpflichten und mehr Meeresschutzgebiete einfordert. Mit dem Kauf unserer speziell für diesen Zweck hergestellten Freundschaftsbänder kannst du mit deinem Handgelenk ein Zeichen setzen, um auf die Bedrohung der Wale aufmerksam zu machen. Pro verkauftem Armband spenden wir an Deepwave e.V.​, damit die Organisation der Erfüllung ihrer Mission ein kleines Stück näher kommt.

Hier findet ihr die entsprechenden WELTFREUND-Armbänder: ​Rettet die Wale

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Über den Autor: Alexander Steurer ist Schüler eines wirtschaftskundlichen Realgymnasiums in Wien. Er ist ein großer Weltfreund und hilft uns bei unserem Ziel, all die guten Zwecke zu unterstützen, für die wir einstehen. Ihr findet ihn auch auf Instagram unter @alex.steurer

 

 

Fotocredits: Titelbild von skeeze auf Pixabay, Bild1 von Christian Bueltemann auf Pixabay, Bild2 von Pexels auf Pixabay

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1 Kommentare

    • Avatar
      Rainer Kirmse , Altenburg
      Nov 19, 2019

      Meeressäuger und Fische leiden an der zunehmenden Meeresverschmutzung.Ein kleines Gedicht zum Thema:PLASTIKOZEANEs treiben Müllinseln auf den Wellen Nicht nur vor Antillen und Seychellen. Des Meeres Flora und Fauna Idyll Ist ausgesetzt uns'rem Plastikmüll.Zum Meeresboden Teilchen schweben, Bedroh'n der Tiefsee fragiles Leben. Es findet die grausige Kunststoffpest Den Weg noch in jedes Korallennest.In der Entwicklung Millionen Jahren Trotzten die Fische allen Gefahren. So könnte es noch lange weitergeh'n, Würden wir nicht so auf Plaste steh'n.Der Mensch im ungebremsten Plastikwahn Bringt hier das Ökosystem aus der Bahn. Hat Homo sapiens noch kluge Ideen, Oder müssen die Fische an Land geh'n?Rainer Kirmse , Altenburg

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