Die Bedrohung der Bienen: Perspektive eines Imkers

Die Bedrohung der Bienen: Perspektive eines Imkers

Alexander Steurer   Alexander Steurer
Gastautor und WELTFREUND  

 

 Frank Möllmann

   Frank Möllmann 
   more4bees

Weltweit sinken die verschiedensten Tierpopulationen - so auch der Bienenbestand! Dies ist ein Problem, das nicht nur irreversibel ist, sondern auch verheerende Folgen für uns hat! Doch was kann dagegen getan werden? Können wir das rasante Bienensterben aufhalten?

Unter all den Bienenarten ist die Honigbiene global wohl am meisten vertreten. Das macht sie unter anderem zum wichtigsten Bestäuber von Nahrungspflanzen. Getreide wird hauptsächlich durch den Wind bestäubt - Obst, Gemüse und Nüsse allerdings durch Bienen.

In diesem Blogpost nehmen wir das Thema „Die Bedrohung der Bienen” mit Hilfe von den Standpunkten und Ansichten des Imkers Frank Möllmann von more4bees genauer unter die Lupe

 

Einige Zahlen

∞ 70 der 100 wichtigsten Nahrungspflanzen, die über ​90% unserer Nahrung​ sicherstellen, werden von Bienen bestäubt.
∞ Einige Pflanzen, zum Beispiel Kakao, Vanille oder Maracuja sind ​zu 100%​ auf die Bestäubung durch Bienen ​angewiesen​.
∞ In den letzten Jahren gab es im Nahen Osten einen ​Rückgang ​der Bienenpopulation, welcher circa ​85%​ beträgt.
∞ Die Wertschöpfung der Biene liegt global bei ungefähr ​265 Milliarden Euro​.
∞ In den vergangenen Jahren​ ​starben​ 53% der europäischen Bienenvölker​.

 

WELTFREUND: Was ist gemeint wenn von „Bienensterben” gesprochen wird?

FRANK MÖLLMANN: Meiner Meinung nach interpretiert es jeder sehr unterschiedlich, da viele beim „Bienensterben“ direkt an die Honigbienen denken. Allerdings sind damit die nur noch knapp 580 Wildbienenarten und auch so viele Wespenarten gemeint, die alle geschützt werden müssen, da ihre Population in den letzten Jahrzehnten um etwa zwei Drittel zurückgegangen ist.

 

WELTFREUND: Warum sind so viele Bienenarten bedroht?

FRANK MÖLLMANN: Es fehlen schlichtweg die Lebensräume für die verschiedenen Wildbienen- und Wespenarten. Diese sind in den meisten Fällen auf einen gewissen Ort stark spezialisiert und leben zu einem großen Teil im Boden. Manche Arten brauchen zum Beispiel Steilhänge zum Brüten.

Leider sind viele unserer nur noch knapp 33.000 Insektenarten massiv bedroht! Das hat natürlich verschiedenste Ursachen; ob Monokulturen, Schottergärten, übermäßiger und unsachgemäßer Umgang mit Spritzmitteln und und und...

Dabei hilft es allerdings nicht über „die Anderen” wie zum Beispiel die Landwirte zu schimpfen. Vielmehr müssen wir miteinander reden! Wir alle können, sollten und müssen etwas tun.

 

WELTFREUND: Warum sind die Bienen für uns so wichtig und was sind die Folgen des Bienensterbens?

FRANK MÖLLMANN: Es gibt den berühmten Satz, der Albert Einstein zugesprochen wird:​ „Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, keine Menschen mehr.“ (Zitat Albert Einstein, 1949).

Das ist meiner Meinung nach in unserem Zeitalter so nicht mehr ganz richtig. Fakt ist, dass ein großer Teil unserer Lebensmittel in der uns heute bekannten Form nicht mehr da wären. Es fängt mit dem Obst und dem Gemüse an, aber auch viele Lebensmittelzubereitungen würden fehlen: Tomaten auf der Pizza, Kirschen auf der Torte, das Fruchteis, die Konfitüre, Suppen mit Gemüse oder Fruchtjoghurt... um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Frank Möllmann unterstützt Wildbienen mit Nisthilfen und renaturiert Ackerflächen © MORE4BEES

 

WELTFREUND: Wie wird sich die Lage - deiner Meinung nach - zukünftig entwickeln?

FRANK MÖLLMANN: Durch verschiedene Medien, Projekte und einzelne Personen bekommt dieses wichtige Thema „Bienensterben“ (Insektensterben) Aufmerksamkeit, was allen engagierten Natur- und Tierfreunden hilft.

Einige Städte machen es bereits vor, indem sie sogenannte „Schottergärten“ verbieten oder vorschreiben, dass - je nach Grundstücksgröße - eine gewisse Anzahl an Bäumen auf dem Grundstück gepflanzt werden müssen. Natürlich sind Verpflichtungen nicht unbedingt die Lösung, aber trotzdem ein Ansatz. Dies bewegt vielleicht einige Menschen zum Überdenken ihrer Gärten oder allgemein ihres Handelns.

Wenn du mich fragst, ob wir die Welt noch retten können, denke ich persönlich, dass es sehr knapp wird und wir kurz vor dem Scheitelpunkt stehen. Die verschiedenen Insekten sind ein wichtiger Teil im Kreislauf unseres Ökosystems, sind Futtergrundlage für andere Tiere und passive Ernährer durch ihre Bestäubungsleistung der Pflanzen.

 

WELTFREUND: Woher kam die Motivation, sich für die Bienen einzusetzen und wann hast du Handlungsbedarf gesehen?

FRANK MÖLLMANN: Bienen haben mich schon als Kind fasziniert, als ich mit einer Filmdose Bienen und andere Insekten im Garten eingefangen habe, um mir diese anzusehen. So durfte ich schon früh erfahren, dass manche Bienenarten oder Wespen auch stechen und es unvorteilhaft ist eine Wespe mit einem Geschirrhandtuch zu fangen.

Ich war schon immer ein naturverbundener Mensch und habe mich schon immer auch von Kleinigkeiten draußen im Grünen begeistern lassen. Ein früherer Nachbar von uns hatte auf seinem Bauernhof viele Bienenvölker, wo ich oft gewesen bin und geholfen habe. Mehrere Referate und Projekte in der Schule führten dazu, mich mit gewissen Themen intensiver zu befassen und meine nicht abklingende Faszination und Begeisterung, versuche ich heute anderen Mitmenschen nahe zu bringen.

Häufig gehen Besucher mit einem ganz anderen Blick auf die Natur und ihre Umgebung nach Hause ohne dass diese gleich selber Bienen halten müssen. Jeder Besucher oder jede Besucherin die mit solch einem Grundgedanken geht, ist auf einem guten Weg und es zeigt, dass ich mit meiner Arbeit und​ ​more4bees​ ​etwas bewirke.

 

WELTFREUND: Kannst du uns abschließend noch ein bisschen über die neuen Weltfreund-Bienenstöcke erzählen?

FRANK MÖLLMANN: Ich möchte damit zeigen was mit der Unterstützung durch Weltfreund umgesetzt wird, Interessierten die Möglichkeit bieten, die Arbeiten eines Imkers oder einer Imkerin etwas zu begleiten und an gewissen Entscheidungen teilhaben zu lassen. Aber auch das Drumherum, beispielsweise die ehrenamtlichen Tätigkeiten als Wespen- und Hornissenfachberater, Schwarmfänger oder in beratender Funktion bei Infoveranstaltungen.

Imker Frank Möllmann mit den durch den Verkauf der Weltfreund Armbänder finanzierten Bienenstöcke

Imker Frank Möllmann mit den durch den Verkauf der Weltfreund Armbänder finanzierten Bienenstöcke

 

UND DEIN HANDGELENK HILFT

Wir von ​WELTFREUND​ unterstützen die Arbeit von ​more4bees​, die versucht auf die Wichtigkeit von Wild- und Honigbienen aufmerksam zu machen, für die vielen Zusammenhänge in der Natur zu sensibilisieren und die Faszination für diese Tiere weiterzugeben. Zudem bedanken ​wir uns herzlich bei Frank Möllmann von more4bees, der unsere Fragen mit Engagement und fachlicher Kompetenz beantwortet hat.

Hier findet ihr die entsprechenden WELTFREUND-Armbänder: ​Rettet die Bienen

Rettet die Bienen ClassicRettet die Bienen PerlenRettet die Bienen geflochtenRettet die Bienen Set

Über den Autor: Alexander Steurer ist Schüler eines wirtschaftskundlichen Realgymnasiums in Wien. Er ist ein großer Weltfreund und hilft uns bei unserem Ziel, all die guten Zwecke zu unterstützen, für die wir einstehen. Ihr findet ihn auch auf Instagram unter @alex.steurer

 

 

 


Fotocredits: Titelbild von Thomas Völcker auf Pixabay, Bild1 von Buntysmum auf Pixabay, Bild2 von more4bees

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1 Kommentare

    • Avatar
      Rainer Kirmse , Altenburg
      Nov 19, 2019

      UNSERE BIENEWir genießen ihren Honig, Ihr Leben kümmert uns wenig. So kann bald kommen die Stunde, Da sie dreht die letzte Runde.Wer die Vielfalt der Arten will, Vermeidet den Chemie-Cocktail. Insekten brauchen Lebensraum, Lassen wir ihnen Gras und Baum.Rainer Kirmse , Altenburg

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