Ist der Wolf in Nordamerika noch gefährdet? Kommt darauf an.

Ist der Wolf in Nordamerika noch gefährdet? Kommt darauf an.

Alexander Steurer, Gastautor und Weltfreundin  Alexander Steurer
Gastautor und WELTFREUND  

 

Nach vier Jahrzehnten intensiver Bemühungen zur Erhaltung des Wolfs, ist es endlich an der Zeit, ihn von der Liste der gefährdeten Arten zu streichen - wie der ​United States Fish and Wildlife Service​ kürzlich bekannt gab.

Die Fakten seien klar und unbestreitbar; der graue Wolf entspreche nicht mehr der Definition einer bedrohten oder gefährdeten Art, so David Bernhardt, amtierender Sekretär des US-Innenministeriums. Er geht davon aus, dass der Wolf in seinem Gebiet weiterhin so gedeihen wird, wie er es auch in der letzten Zeit tat.

Allerdings sind einige Wissenschaftler anderer Meinung und können sich dieser Schlussfolgerung nicht anschließen - wie es in einem aktuellen ​National Geographic Artikel beschrieben wird.

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Nach dem Gesetz über gefährdete Tierarten kann eine Pflanze oder ein Tier als gefährdet angesehen werden, wenn es in einem erheblichen Teil seines Verbreitungsgebiets vom Aussterben bedroht ist. Allerdings machen graue Wölfe weniger als 20 Prozent ihres historischen US-amerikanischen Verbreitungsgebiets aus, bemerkt Jeremy Bruskotter, ein Sozialwissenschaftler an der Ohio State University, der sich seit einiger Zeit mit Möglichkeiten zur Rettung grauer Wölfe in den USA beschäftigt hat.

Heute können mehr als 6.000 graue Wölfe in fragmentierten Populationen im Westen und an den Großen Seen gefunden werden, dank eines Wiederansiedlungsprogramms im Yellowstone-Nationalpark in den 1990er Jahren. Dazu kommt allerdings auch die natürliche Besiedlung durch kanadische Rudel.

Zu den Hintergründen


Im Jahr 2011 verabschiedete der Kongress Gesetze, mit denen der Schutz der grauen Wölfe auf Bundesebene aufgehoben und das Management der Arten an staatliche Wildtierbehörden in Idaho, Montana, im Osten Washingtons und Oregons sowie im Norden Utahs zurückgegeben wurde. Im Jahr 2017 tat der ​United States Fish and Wildlife Service​ dasselbe mit den Wölfen von Wyoming.

Von diesen Verabschiedungen wären hauptsächlich die Wölfe in Staaten wie Minnesota, Michigan und Wisconsin betroffen, in denen rund 4.400 Tiere leben. Teile von Washington und Oregon wären ebenfalls betroffen, ebenso Gebiete, in denen sich gerade Wölfe ansiedeln, beispielsweise Kalifornien.

Die derzeitige Situation

Es sei schon immer Teil des Plans gewesen, die Kontrolle an die Staaten zurückzugeben, sobald die Wiederherstellungsziele erreicht wurden, sagt Carter Niemeyer, ein pensionierter Biologe, der beim ​United States Fish and Wildlife Service tätig war. ​Für die Wolfspopulation der Northern Rockies in Idaho, Wyoming und Montana beispielsweise, bestand das Ziel darin, die Populationen in jedem Bundesstaat von mindestens 300 Wölfen mit 30 Brutpaaren für drei Jahre zu erhalten.

Das Problem sei laut Niemeyer, dass Staaten wie seine Heimat Idaho nun einzelne Wölfe, die über dieses Ziel hinausgehen, als überschüssig und folglich als unnötigen Ballast betrachten. Deshalb werden sie dort auch oftmals gejagt. Viele Viehzüchter, Landwirte und andere Landbesitzer haben sich entschieden dagegen ausgesprochen, die Wolfsbestände weiter zu fördern und zu schützen.

Des weiteren ist es in vielen westlichen Staaten legal, Wölfe zu jagen und zu fangen. Eine Jagdorganisation, bekannt als die Foundation for Wildlife Management, hat sogar Geldprämien von bis zu 1.000 USD für Fallensteller angeboten, die auf Wölfe in Idaho abzielen.

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Wie viele Wölfe „brauchen” wir?


Andere, wie der Wildlife Program Manager Neil Anderson sind der Ansicht, dass es von sehr großer Bedeutung ist, dass die lokalen Bewohner mehr Eigenverantwortung und Mitsprache im Umgang mit diesen Arten hat. Dennoch gibt Anderson zu, dass Wölfe eine umstrittene Spezies bleiben. Es gibt wahrscheinlich bei keiner anderen derartigen Tierart eine so große Kluft zwischen denen, die keine Beschränkungen der Tierpopulation anstreben, und denen, die so wenige Tiere wie möglich wollen.

Montana Fish, Wildlife and Parks hat gerade bekannt gegeben, dass durch seine jährliche Jagd- und Fangsaison 315 Wölfe getötet wurden. Diese Art der Jagd wird Wölfe wahrscheinlich nicht zum Aussterben bringen, sagt Bruskotter, steht aber auch einer weiteren Erholung der Wölfe im Wege. Er sagt, der neue Vorschlag würde dazu führen, dass Wolfspopulationen in freier Wildbahn entstehen, anstatt autarke Populationen der Raubtiere in ihrem früheren Verbreitungsgebiet wiederherzustellen. Letztendlich streiten wir uns darüber, wie die Erholung einer bedrohten Art aussehen wird, sagt Bruskotter.

 

UND DEIN HANDGELENK HILFT


Wir von​ ​WELTFREUND​ ​unterstützen den Naturschutzbund Österreich, der durch seine Arbeit über den Mythos des „bösen Wolfs” aufklärt, ​sowie mit Fachleuten, Vertretern von Tourismus und Wandervereinen und vielen anderen Betroffenen an Wegen und Maßnahmen für den Umgang und ein funktionierendes Zusammenleben mit diesen Tieren arbeitet. ​Mit dem Kauf unserer speziell für diesen Zweck hergestellten Freundschaftsbänder kannst du mit deinem Handgelenk deine Unterstützung dieser Organisation zum Ausdruck bringen. Pro verkauftem Armband spenden wir an den ​Naturschutzbund Österreich​, damit er seinen Zielen ein kleines Stück näher kommt.

Hier findet ihr die entsprechenden WELTFREUND-Armbänder: ​Schützt die Wölfe

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Über den Autor: Alexander Steurer ist Schüler eines wirtschaftskundlichen Realgymnasiums in Wien. Er ist ein großer Weltfreund und hilft uns bei unserem Ziel, all die guten Zwecke zu unterstützen, für die wir einstehen. Ihr findet ihn auch auf Instagram unter @alex.steurer

 

 

Fotocredits: Titelbild von christels auf Pixabay, Bild1 von colfelly auf Pixabay, Bild2 von Wildfaces auf Pixabay

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