Ein beunruhigender Trend: der Rückgang der Haipopulation

Ein beunruhigender Trend: der Rückgang der Haipopulation

Alexander Steurer, Gastautor und Weltfreundin  Alexander Steurer
Gastautor und WELTFREUND  

 

Der aktuelle Zustand der Haie ist nicht ermutigend. Studien zeigen, dass einige Haipopulationen einen drastischen Rückgang erleben - manche sogar bis zu ​99% in den letzten Jahrzehnten​. Darunter fallen beispielsweise der Hammer-, Bullen- und Schwarzhai. Doch wie hat sich ihre Situation in den letzten Jahren entwickelt und warum sind sie so gefährdet?

Der erste Hai lebte nach Schätzungen vor ungefähr 375 Millionen Jahren. Heute sind jedoch global 500 unterschiedliche Arten bekannt. Grundsätzlich stellen Fische und andere Meerestiere die Hauptnahrungsquelle dieser Knorpelfische dar, wobei sich beispielsweise der Wal-, Riesen- und Riesenmaulhai hauptsächlich von Plankton ernährt. Für viele zählen diese Tiere zu den gefährlichsten und tödlichsten, obwohl pro Jahr ​durchschnittlich 10 Menschen infolge eines Angriffs sterben. Somit stellen sie im Vergleich zu der Seewespe mit 150 Opfern jährlich, Krokodilen mit 1000 und Hunden mit 25000 Todesopfern eine eher geringe Gefahr dar.

Sie sind jedoch durch die Zerstörung ihres Lebensraums, Beifang und kommerzielles Shark-Finning stark bedroht!

Hai

100 Millionen

st die ungefähre Anzahl von Haien, die von Menschen jährlich getötet werden.

22 Millionen

Pfund Haiflossen wurden 2008 nach Hongkong importiert. Damit ist es der weltweit größte Einzelmarkt für dieses Produkt.

64

ist die ungefähre Anzahl der gemeldeten Todesfälle infolge von Attacken eines Weißen Hais zwischen 1580 und 2007.

 

Ihre Flossen: Heilmittel und Delikatesse


Die Nachfrage nach Haifischflossen ist die Hauptursache für den drastischen Rückgang mancher Haiarten. Dieses tierische Produkt wird oft zu Suppe verarbeitet und gilt in Thailand und anderen Teilen Südostasiens, sowie Chinas als Delikatesse. Allerdings verenden die Tiere für die Befriedigung der Nachfrage nach Flossen in den meisten Fällen qualvoll. Beim sogenannten ​Shark-Finning​ - einer Fangmethode, welche in der EU verboten ist, schneiden Fischer den Haien ausschließlich die Rückenflosse ab und werfen die noch lebendendigen Fische wieder ins Wasser, wo sie kurz darauf umkommen.

Der Umweltschutzorganisation ​WildAid​ zufolge werden 73 Millionen von den jährlich 100 Millionen getöteten Haien zu Suppe verarbeitet. Diese Zahl an Tötungen hat selbstverständlich den immensen Rückgang verschiedener Haipopulationen zufolge. Zudem haben angeblich über 50 Prozent aller Thailänder bereits Haifischflossensuppe gegessen und wollen dies auch weiterhin fortführen.

ODie Haifischflossensuppe selbst wird meist bei Hochzeiten und anderen festlichen Anlässen serviert. Sie zu verzehren gilt - wie so oft - als Statussymbol, da die Flossen an sich weder Vorteile für die Gesundheit bergen, noch einen definierten Geschmack besitzen. Thailand ist weltweit der größte Exporteur mit ungefähr 22.500 Tonnen Flossen im Zeitraum von 2012 bis 2016.

Laut der Traditionellen Chinesischen Medizin soll die Suppe gut für die Gesundheit sein - dies wurde allerdings widerlegt. Allerdings ist die Beliebtheit dieses Tierproduktes in China laut Wildaid aufgrund einiger Tierschutzkampagnen um 50 bis 70 Prozent zurückgegangen. In Thailand wiederum ist es immernoch ziemlich populär.

Hai

2018

wurden im Atlantik ungefähr 6000 Tonnen des vom Aussterben bedrohten Kurzflossen-Mako durch europäische Schiffe angelandet.

2013

wurde die „Fins Naturally Attached“ Verordnung der EU beschlossen, die das Aufbewahren, Umladen und Anlanden von Haiflossen in EU-Hoheitsgewässern und auf allen EU-Schiffen verbietet.

85

Haiarten sind auf der Roten Liste der IUCN als bedroht aufgeführt.

 

Shark-Finning ist nicht die einzige Bedrohung


Nicht nur die Jagd auf die Flossen der Haie ist für den Rückgang ihrer Populationen verantwortlich, allerdings gehen die anderen Gefahren auch nicht etwa von natürlichen Feinden oder Umweltfaktoren aus, sondern abermals vom Menschen.

Haie werden in hohem Ausmaß allein durch die industrielle Langleinenfischerei auf Tunfisch, beispielsweise von der spanischen und portugiesischen Fischereiflotte getötet. Diese Tiere sind den modernen Fangmethoden mit immer größeren Netzen und längeren Fangleinen zum Opfer gefallen. Durch die steigende Fischerei - auch in bis heute unbefischten Arealen - kommt eine Vielzahl an Haien bis ungefähr 2000 Meter Tiefe als Beifang um. Untersuchungen haben ergeben, dass aufgrund dessen im Golf von Mexiko die Population des damals weit verbreiteten Weißspitzen-Hochseehais ​um fast 99 Prozent zurückgegangen​ ist - dies grenzt schon fast an ein vollkommenes Verschwinden dieser Haiart. Laut einigen Experten lässt sich bei dieser Hochsee-Haiart der starke Rückgang auch auf andere Meeresgebiete übertragen. Unternehmen wir nichts, so ist das gesamte Ökosystem der Ozeane vom Rückgang der Haipopulationen betroffen - die Konsequenzen: nicht abschätzbar.

 

Ihr Schutz


Sharkproject International e. V.​ ist eine internationale Initiative zum Schutz und zur Erforschung von Haien, welche 2002 in Deutschland gegründet wurde und großteils dort, sowie in Österreich und der Schweiz aktiv ist. ​Die Organisation will ​das falsche Bild, welches Leute oftmals von Haien haben, richtig stellen und die Wichtigkeit von diesen Tieren vermitteln.

Die Organisation ist der Ansicht, dass dies besonders wichtig sei, da die meisten Menschen nicht wissen was eigentlich in den Ozeanen der Welt passiert, beispielsweise in welchem Umfang die kommerzielle Fischerei den Beständen der Haie zusetzt. Die Menschen konsumieren, sind sich aber oftmals der Konsequenzen nicht bewusst. Manche profitieren in einem hohen Ausmaß an dieser Unkenntnis und bedrohen durch exzessive Fischerei das gesamte marine Ökosystem.

Sharkproject International e. V. betreibt aus diesen Gründen umfangreiche Informations-, Aufklärungs- und Pressearbeit. In ihren Kampagnen wird Aufmerksamkeit gefordert und Umdenken gefördert.​ Sie versuchen auch die kommende Generation durch kostenlose Schulprojekte zu erreichen, da sie der Ansicht sind, dass sie die letzte sei, die den richtigen Weg zum nachhaltigen Umgang mit den Ozeanen und ihren Haien einschlagen könne.

 

UND DEIN HANDGELENK HILFT


Wir von​ ​WELTFREUND​ ​unterstützen die Arbeit des Sharkprojects, ​das es sich zur Aufgabe gemacht hat Haiflossen und andere Haiprodukte aus den Restaurants und dem Handel zu verbannen. ​Mit dem Kauf unserer speziell für diesen Zweck hergestellten Freundschaftsbänder kannst du mit deinem Handgelenk ein Zeichen für den Schutz der Haie setzen und die Organisation bei ihren Forschungstätigkeiten zum Schutz der Haie vor Überfischung unterstützen. Pro verkauftem Armband spenden wir an ​Sharkproject​, damit die Organisation der Erfüllung ihrer Mission ein kleines Stück näher kommt.

Hier findet ihr die entsprechenden WELTFREUND-Armbänder: ​Rettet die Haie

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Über den Autor: Alexander Steurer ist Schüler eines wirtschaftskundlichen Realgymnasiums in Wien. Er ist ein großer Weltfreund und hilft uns bei unserem Ziel, all die guten Zwecke zu unterstützen, für die wir einstehen. Ihr findet ihn auch auf Instagram unter @alex.steurer

 

 

Fotocredits: Titelbild von Pexels auf Pixabay, Bild1 von Volker Lekies auf Pixabay, Bild2 von Pexels auf Pixabay

Tags: hai Haie
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