Massensterben im Kruger-Nationalpark: Warum Wilderer Geier vergiften

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Anfang Mai 2025 kam es im Kruger-Nationalpark zu einer der verheerendsten Wildtiervergiftungen der Parkgeschichte: Wilderer legten den mit hochtoxischem Agrargift präparierten Kadaver eines Elefanten aus, dem 123 Geier zum Opfer fielen und weitere 83 gerade noch gerettet werden konnten. Dieser gezielte Angriff auf eine Schlüsselart im Ökosystem verdeutlicht, wie skrupellos der illegale Handel mit Körperteilen von toten Wildtieren voranschreitet und weshalb wir jetzt handeln müssen.

Der Vorfall im Detail

Am Morgen des 6. Mai 2025 entdeckten SANParks-Ranger und das Team des Endangered Wildlife Trust (EWT) in der Mahlangeni-Region des Parks den vergifteten Elefantenkadaver und riegelten das Gebiet großflächig ab, um weitere Tiere zu schützen. Beim Eintreffen lagen bereits über 100 tote Geier rund um den Kadaver – darunter bedrohte Kapgeier, Ohrengeier sowie kritisch gefährdete Weißrücken- und Kappengeier.

In einer historischen Rettungsaktion bargen Ranger zusammen mit EWT-Mitarbeitern 83 noch lebende Geier und transportierten sie in Spezialkliniken zur Behandlung. Trotz dieses Engagements blieb die Verlustquote erschütternd hoch: 123 Vögel verendeten qualvoll an einer Carbofuran-Vergiftung.

Ökologische Folgen

Geier spielen als Aasfresser eine zentrale Rolle im Ökosystem, indem sie Kadaver rasch beseitigen und so die Ausbreitung von Krankheiten verhindern. Wird ihre Population weiter dezimiert, drohen fatale Kaskadeneffekte: Aasreste bleiben liegen, bakterielle Infektionen nehmen zu und die Artenvielfalt leidet.

Gründe für das Töten der Geier

Die Wilderer setzen gezielt hochtoxische Köder in Kadavern ein, um Geier und andere Aasfresser zu vergiften. Durch das Töten der Aasfresser verhindern sie, dass kreisende Geier und damit verbundene Ansammlungen von Vögeln Rangers und Anti-Poaching-Einheiten schon von weitem auf den Tatort der Wilderei aufmerksam machen. Ohne Geier bleiben Kadaver von Elefanten und Nashörnern länger unentdeckt, was es den Tätern ermöglicht, illegal gewonnene Wildtierprodukte wie Elfenbein ungestört zu bergen und abzutransportieren.

Kritik an Behörden und mangelnder Prävention

Obwohl SANParks und das EWT den Vorfall scharf verurteilten, fehlt es an effektiven Präventionsmaßnahmen gegen den illegalen Pestizidhandel. Wilderer verfügen weiter ungehindert über hochwirksame Agrargifte wie das verbotene Carbofuran, die auf dem Schwarzmarkt leicht erhältlich sind.

Was du jetzt tun kannst

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Fotocredits: Titelbild von Karen Alchin via Pexels

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